Nettofläche, nicht Bruttofläche — aber nicht zu viel abziehen
Gehen Sie von der Wand- oder Bodenfläche aus und ziehen Sie dann die Öffnungen ab. Die Falle ist, zu eifrig abzuziehen: Ein einzelnes kleines Fenster lohnt es nicht, aus einer Farbkalkulation herauszurechnen, denn das Ausschneiden ringsum verbraucht mehr, als die Glasfläche spart. Eine sinnvolle Regel lautet: Öffnungen über etwa 1 m² abziehen, alles Kleinere ignorieren. Für einen Raum ist die Wandfläche Umfang × Höhe — ein Raum von 4 × 3 m bei 2,4 m Höhe hat also 33,6 m² Wandfläche vor Abzügen. Und genau das muss ein Eimer Farbe abdecken, zweimal, denn Ergiebigkeitsangaben gelten immer pro Anstrich.
Ergiebigkeit, Anstriche und die Lüge vom zweiten Anstrich
Die Ergiebigkeit von Farbe liegt typischerweise bei 10–14 m² je Liter und Anstrich auf glattem, versiegeltem, bereits gestrichenem Untergrund — und sie bricht auf allem Saugenden ein: roher Putz, neuer Gipskarton oder ein kräftiger Farbwechsel können sie halbieren. Planen Sie immer zwei Anstriche und auf neuem Putz zusätzlich eine Grundierung oder einen verdünnten Voranstrich; der erste Anstrich auf rohem Untergrund zieht ein und deckt nur einen Bruchteil der angegebenen Fläche. Dunkle Töne über hellen und besonders Rot- und Gelbtöne brauchen oft drei. Kaufen Sie Gebinde, nicht Liter: Ein Auftrag, der 6,4 Liter benötigt, bedeutet drei 2,5-Liter-Gebinde — und der Rest ist das, womit Sie zwei Jahre später ausbessern.
Verschnittfaktoren nach Material und Verlegemuster
Verschnitt ist keine einzelne Zahl — er ist eine Funktion davon, wie das Material verlegt wird. Ein gerade verlegter Fliesen- oder Dielenboden in einem rechteckigen Raum verursacht 5–10 % Verschnitt. Eine diagonale Verlegung oder ein Fischgrätmuster kostet 15–20 %, weil jedes Brett schräg an die Wand stößt und jedes Reststück ein Dreieck ist. Gemusterte Tapete verschneidet nach ihrem Rapport: Ein Rapport von 64 cm bei 2,4 m Bahnenhöhe bedeutet, dass jede Bahn auf ein Vielfaches des Rapports zugeschnitten wird — allein für den Musteransatz kann fast eine ganze Rolle draufgehen. Teppich, der von der Rolle mit fester Breite verkauft wird, ist noch heikler: Nicht die Bodenfläche, sondern der Nahtplan entscheidet, wie viele laufende Meter Sie kaufen.
Trockenbau, Putz und alles, was man plattenweise kauft
Teilen Sie Wand- und Deckenfläche durch die Plattenfläche — eine Platte von 1200 × 2400 mm hat 2,88 m², eine 4-×-8-ft-Platte 32 ft² — und runden Sie pro Fläche auf, nicht für den Auftrag insgesamt, denn eine halbe Platte lässt sich nicht auf zwei verschiedenen Wänden verwenden. Kalkulieren Sie dann das Zubehör, das gern vergessen wird: rund 10 Schrauben pro Quadratmeter, eine Rolle Bewehrungsband je zwei bis drei Platten und etwa 0,5 kg Spachtelmasse pro Quadratmeter für eine dreilagige Verspachtelung. Feinputz reicht bei 2 mm Auftrag für rund 10 m² je 25-kg-Sack; ein Zement-Sand-Putz mit 12 mm Dicke deckt kaum 1 m² je 25 kg. Dämmung und BTU-Auslegung schließen den Kreis: Stimmen R-Wert und Heizlast, ist der Raum behaglich und nicht nur fertig.